Massnahme 17

Generationendialog fördern

Die Sozialpolitik im Kanton St.Gallen orientiert sich zunehmend an den Ressourcen und Bedürfnissen der Individuen. Dabei stehen derzeit v.a. die einzelnen (finanziellen) staatlichen Unterstützungsleistungen im Fokus. Diese stossen an finanzielle Grenzen aber auch an Grenzen wegen mangelnden Fach- und Arbeitskräften. Daher werden vorgelagerte Leistungen (Nachbarschaftshilfe, Zeitvorsorgesysteme usw.) wichtiger. Hier liegt Potenzial für eine bedürfnis- und ressourcenorientierte Sozialpolitik, indem die Orientierung am Sozialraum und der Generationendialog gestärkt werden.

Im Projekt sollen die Soft-Faktoren analysiert und Entwicklungspotenzial bzw. «flankierende Massnahmen» identifiziert werden, insbesondere im Bereich des Generationendialogs (z.B. Partizipationsgefässe Kinder und Jugendliche, Menschen im Alter) sowie der Sozialraumorientierung (z.B. Familienzentren, Quartiergestaltung, Mehrgenerationenangebote).

Die Stärkung des Generationendialogs sowie der Sozialraumorientierung ermöglicht eine wirkungsvollere Sozialpolitik im Kanton.

20 Jahre St.Galler Erklärung und Dialogförderung zwischen den Religionsgemeinschaften

Kanton und Religionsgemeinschaften haben im Beisein von Bundesrat Beat Jans am 19.9.2025 das 20-jährige Bestehen der St.Galler Erklärung, dem Herzstück des interreligiösen Dialogs, gefeiert. Die Impressionen zur Feier sind auf der Website des Kantons ersichtlich. neues Fenster

Seit 20 Jahren führt die «St.Galler Konferenz zu Fragen von Religion und Staat» alle zwei Jahre im Rahmen des interreligiösen Dialogs (ida) neues Fenster eine Veranstaltung durch. Mit der Konferenz hat das Departement des Innern ein Gesprächsgefäss geschaffen, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter von Staat und Religionsgemeinschaften austauschen können.  Das Ziel besteht darin, die verschiedenen Positionen frühzeitig kennenzulernen und Missverständnissen vorzubeugen. 

Zudem wurde im Rahmen der Konferenz 2025 der «Kompass zum Umgang mit Machtmissbrauch im religiösen Kontext» umgesetzt. Der Kompass zur Prävention von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch im religiösen Kontext soll dazu beitragen, dass religiöse und staatliche Stellen ihrer Verantwortung gegenüber rat- und hilfesuchenden Menschen gerecht werden.

Mehr Informationen zum Kompass neues Fenster

Forschungsprojekt mit partizipativem Prozess im Dialog mit Betroffenen und Forschenden

Ein Team von Historikerinnen und Historikern unter der Leitung von Loretta Seglias und Oliver Schneider arbeitet im Auftrag des Departements des Innern problematische Aspekte der kantonalen Fürsorgegeschichte auf. Mit dem Forschungsprojekt «Sich der Vergangenheit stellen» bemüht sich der Kanton, die Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen aufzuarbeiten. Kürzlich fand dazu ein Workshop und Gespräche mit Betroffenen statt.

Fürsorgerisch begründete Zwangsmassnahmen waren Teil der Schweizer Sozialpolitik im 19. und 20. Jahrhundert. Der Kanton St.Gallen setzt sich seit einigen Jahren für die Aufarbeitung dieses Unrechts ein. Trotz bereits vorliegenden Studien zu administrativen Versorgungen, Auslandadoptionen und Medikamentenversuchen bleiben Fragen offen. Weiterhin fehlt es an einer Gesamtschau zur kantonalen Fürsorgegeschichte. Einzelne ihrer Aspekte, etwa im Bereich Zwangsarbeit, sind immer noch wenig erforscht.

Hier setzt das dreijährige Projekt des Departements des Innern an. Es startet im Jahr 2025. Es hat zum Ziel, bisherige Forschungsergebnisse zur Geschichte der fürsorgerisch begründeten Zwangsmassnahmen im Kanton St.Gallen zusammenzuführen und thematische Lücken zu schliessen. Der Forschungsprozess ist partizipativ gestaltet, unter Einbezug verschiedener Akteurinnen und Akteure wie Betroffene, Opferberatungsstellen und Wissenschaft. Die Ergebnisse sollen breit vermittelt werden und die Betroffenen eine Stimme erhalten.

Zur Medienmitteilung neues Fenster

Zur Projektseite neues Fenster