Massnahme 4
Fachkräftemangel bekämpfen, Berufsbildung stärken und Bevölkerungsanteil mit Tertiärbildung erhöhen
Untermassnahmen
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Verstetigung des Pilotptojekts zur Förderung von Sporttalenten an staatlichen Mittelschulen: Die Kantonsschule Wattwil hat das Pilotprojekt in den Regelbetrieb überführt. Sie ist neu als Swiss-Olympic-Partner-School akkreditiert und leistet damit einen Beitrag zur Talent- und Begabtenförderung auf Sekundarstufe II.
- Abschluss der Pilotphase zur Einführung von «Deutsch als Zweitsprache» an den Mittelschulen: Mit dem Projekt werden gezielt jene Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund unterstützt, welche ausgewiesenen Förderbedarf in der Schulsprache Deutsch haben.
- Überarbeitung der etablierten Kommunikationskanäle: neuer Auftritt an der Ostschweizer Bildungsausstellung (OBA); verstärkter Austausch zwischen der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II.
- Erleichterung des Zugangs zur BM nach der Lehre (BM 2) mit Einführung der prüfungsfreien Aufnahme aufgrund eines Notenschnitts während der beruflichen Grundbildung.
- Schaffung neuer Ausbildungsmodelle mit weniger Präsenzzeit und mehr selbstorganisiertem Lernen in der BM 2 (BM2 Flex). Somit bessere Möglichkeiten, Ausbildung und Arbeit, Familie oder Spitzensport zu kombinieren.
Diese soll innerkantonale Strukturen in der Berufsbildung dahingehend prüfen, dass Angebote sowohl in der Grund- als auch in der Weiterbildung einfacher, schneller und flexibler angepasst werden können. Der Austausch unter Lehrpersonen wird gefördert, so dass deren Wissen und Erfahrung der Bevölkerung langfristig und gesichert zur Verfügung steht.
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Das Projekt zur Erarbeitung der neuen Berufsbildungsstrategie und zur Überprüfung der Gremienstruktur (Schaffung eines Berufsbildungsrates) wurde mit einer breit abgestützten Projektorganisation (u.a. Einbezug der Berufsfachschulen von Rektoren, Berufsfachschulkommissionen, Wirtschaft) gestartet.
- Spiegelung des Projektauftrags und der Zwischenresultate mit der noch bestehenden vorberatenden Kommission des Kantonsrates zum VII. Nachtrag EG-BB, um das Vorgehen und Akzeptanz von Lösungen abzusichern.
Der Online-Campus entsteht in Kooperation mit den kantonalen Weiterbildungszentren und privaten Anbietern und stellt digitale Weiterbildungsangebote der Höheren Berufsbildung bereit. Eine koordinierte Angebotsentwicklung unter den kantonalen Anbietern stärkt die Qualität der Online-Weiterbildung und erhöht die Effizienz und Skalierbarkeit. Ziel ist ein orts- und zeitunabhängiger, niederschwelliger Zugang zu Bildung sowie die Förderung kompetenter Fachkräfte für die St.Galler Wirtschaft. Dadurch wird einer breiten Bevölkerung der Zugang zu breiten Weiterbildungsangeboten im Online-Bereich ermöglicht.
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Abschluss der Konzeptarbeiten per Ende 2025 erfolgt
- Evaluation des Umsetzungspartners für den Online-Campus ist unter Auflagen allfälliger Ausschreibungspflichten in Arbeit
- Erwarteter Abschluss der Grundlagen zum Online-Campus im Herbst 2026 (Go-Live)
- Erste Nutzungstests im Klassenverband auf der Testplattform erfolgreich durchgeführt
Die Regierung hat ein neues Stipendiengesetz erarbeitet und den Entwurf in die öffentliche Vernehmlassung gegeben. Dieser enthält gezielte Vereinfachungen und Verbesserungen der Leistungen im Vergleich zur bisherigen gesetzlichen Grundlage. Künftig sollen mehr Personen von Stipendien profitieren können.
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Der Entwurf für ein neues Stipendiengesetz konnte auf der Basis eines initialen Austauschs mit den Anspruchsgruppen erarbeitet werden.
- Der Entwurf orientiert sich formell eng am Stipendienkonkordat und er enthält gezielte Verbesserungen zum heutigen Stipendienrecht.
- Die Regierung hat Botschaft und Entwurf für die Vernehmlassung freigegeben.
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Erfolgreiche Einführung des revidierten Konzepts zu Firmenkursen im Rahmen des Bundesgesetzes über die Weiterbildung (WeBiG)
- Abschluss und Invollzugsetzung Programmvereinbarung mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) für die kommenden drei Jahre (bis 2028). Damit Sicherung der finanziellen Mittel bzw. Bundesbeiträge an die Weiterbildung von bildungsfernen Arbeitnehmenden direkt in den Betrieben des Kantons St.Gallen.
- Werbemassnahmen zu Gunsten des kantonalen Programms WeBiG aktiv in enger Zusammenarbeit mit Anbietern und dem DI (Amt für Soziales). Gelegenheit zur Präsentation z.B. in der Tripartiten Kommission für arbeitsmarktliche Aufgaben des Kantons St.Gallen werden regelmässig wahrgenommen.
Deutschkursoffensive des Kantons
Die Firmenkurse WeBiG fördern gezielt Grundkompetenzen in Deutsch, Mathematik und IKT für bildungsferne Arbeitnehmende in den Kantonen SG, AR und AI. Arbeitgeber profitieren von qualifizierten Mitarbeitenden, die ihre Position am Arbeitsmarkt stärken und ihre Produktivität steigern. Mit einheitlichem Auftritt, Informationsmaterialien und dem Qualitätslabel «auf gutem Grund» wird das Programm sichtbar gemacht. Ab 2026 sorgt eine Kampagne für mehr Bekanntheit und Reichweite.
Mit der Deutschkursoffensive verstärkt der Kanton St.Gallen sein Engagement in der Sprachförderung von Zugewanderten ausserhalb des Asylbereichs. Künftig sollen durch die Unterstützung des Kantons noch mehr Personen Deutschkurse besuchen können. Hierzu werden auch Kinderbetreuungsangebote bei Deutschkursen vermehrt gefördert. Das Projekt hat zum Ziel, Integration, Arbeitsmarktfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.
Mit Informations- und Vermittlungsmassnahmen soll über verschiedene Kanäle (u.a. via Bibliotheken) das Wissen um die richtige Nutzung von neuen Medien, digitalen Kanälen und KI in der Gesamtbevölkerung gesteigert werden. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Unterscheidung zwischen Fakten, Meinungen und «Fake News» gelegt. Beim Projekt ist eine Zusammenarbeit mit einer geplanten Initiative des Kantons Zürich sowie entsprechenden Massnahmen der Organisation digitalswitzerland vorgesehen.
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Vorarbeiten für die Beteiligung des Kantons an die kantonsübergreifende Kampagne «Facts matter», die bezüglich Fake-News sensibilisieren bzw. schulen will.
Facts Matter – Anti-Desinformations-Kampagne
Informationen prüfen, bevor man sie glaubt: Diese Botschaft steht im Zentrum der Kampagne «Facts Matter neues Fenster», die die drei Kantonen Zürich, Luzern und St.Gallen zusammen mit der Agentur Rod und weiteren Fachpersonen und Vertretenden des UVEK entwickelt hat. Gezielt inszenierte Falschmeldungen sollen junge Menschen für einen kritischeren Umgang mit Medieninhalten und Social Media Content sensibilisieren.
Wer hätte gedacht, dass in der Schweiz ab 2027 eine Social Media-Prüfung Pflicht wird, Streamingplattformen von Schweizer Musikerinnen und Musikern Alphörner verlangen oder die Olma alle zwei Jahre in Zürich stattfinden wird?
Diese Meldungen sind frei erfunden. Sie greifen jedoch Mechanismen auf, die typisch für Desinformation sind: vereinfachte Zusammenhänge, zugespitzte Aussagen und reisserische Headlines, die auf den ersten Blick plausibel wirken.
In kurzen Videos, die auf diversen Social-Media-Kanälen sichtbar sind, werden solche Meldungen zunächst ausgespielt und anschliessend als Falschinformationen entlarvt – absichtlich skurril begleitet von einem Bären und dem Claim «Lass dir keinen Bären aufbinden». So macht die Kampagne sichtbar, wie irreführende Inhalte entstehen, und regt dazu an, Informationen eigenständig zu hinterfragen. Auf einer Kampagnen-Landing Page finden Interessierte mehr Informationen, Mechanismen und Tools, die sie in ihrer Medienkompetenz befähigen sollen.
Als Protagonistin der zentralen Kampagne tritt unter anderem die St.Galler Musikerin Joya Marleen auf. Auch die Olma war für die «Fake News» zu einer zweijährlichen Durchführung der Messe im Kanton Zürich zu gewinnen.
Der Kanton St.Gallen hat sich zudem auf die Bibliotheken fokussiert. Dort machen Flyer und Plakaten auf die Kampagne aufmerksam. Zudem zeigt die Website sg.ch/factsmatter neues Fenster diverse Tipps und Angebote im Kanton St.Gallen auf. Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema folgen und die Website wird laufend während der gesamten Periode der aktuellen Schwerpunktplanung ergänzt.
- Sicherstellung der Umsetzung der Pflegeinitiative mit Ausbildungsoffensive (Teilprojekt 1) und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege (Teilprojekt 2)
- Förderung neuer Versorgungsmodelle, um den Bedarf an Fachkräften im Gesundheitsbereich zu vermindern
- Schaffung bzw. Förderung neuer Berufsbilder mit veränderten Kompetenzen (z.B «Advanced Practice Nurse [APN]»)
- Sicherstellung Fortbestand «Medical Master» im Kanton St.Gallen
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Die Umsetzung der Ausbildungsinitiative mit sämtlichen Massnahmen ist kantonsweit erfolgt. In allen Massnahmenbereichen wurden bereits Auszahlungen vorgenommen. Eine Evaluation ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich, da sich Wirkungen im Bildungsbereich in der Regel erst mittel- bis langfristig zeigen und belastbare Entwicklungen frühestens in zwei bis drei Jahren erkennbar sein werden.
- Die Entwicklungen im Bereich neuer Versorgungsmodelle werden verfolgt und das Gesundheitsdepartement wirkt im Rahmen seiner Zuständigkeiten an entsprechenden fachlichen Arbeiten mit. Gleichzeitig erweist sich insbesondere im Bereich von Pilotprojekten die kantonale Mitfinanzierung sowohl aktuell als auch künftig als eines der grössten Hemmnisse. Es lässt sich festhalten, dass neue Versorgungsmodelle langfristig zu Kosteneinsparungen beitragen können. Voraussetzung dafür ist jedoch eine initiale Investition, ohne die eine nachhaltige Etablierung nicht möglich ist.
