Massnahme 5
Ausarbeitung ganzheitliche Familienstrategie für den Kanton St.Gallen
Eine kantonale Familienstrategie soll auf Basis des Berichts 40.23.05 «Grundlagen der Familienpolitik im Kanton St.Gallen» im Austausch mit den Gemeinden erarbeitet werden. Mögliche Wirkungsbereiche der Strategie sind:
- finanzielle Verhältnisse von Familien;
- Vereinbarkeit;
- familienunterstützende Angebote zu Gesundheit, Bildung, Integration, Krisen und Konflikten;
- familienfreundliche öffentliche Räume und Freizeitangebote.
Innerhalb dieser Wirkungsbereiche werden heutige und zukünftige kantonale Leistungen analysiert und aufgezeigt sowie die Umsetzung von Massnahmen auf verschiedenen Ebenen geprüft.
Stand der Umsetzung (Controlling März 2026)
- Die Erarbeitung der Familienstrategie läuft gemäss Planung.
Familien profitieren von Familien- und Begegnungszentren
Regierungsrätin Laura Bucher war im Rahmen eines Praxisbesuch am 26. März 2026 im Generationenhaus Gommiswald und im Familientreff Wattwil. Dort wurden die Angebote der beiden Familien- und Begegnungszentren erlebbar.
Familien- und Generationenzentren sind wohnortsnahe, niederschwellige Anlaufstellen, die Beratung, Bildung, Begegnung und Vernetzung vereinen. Sie unterstützen Familien in unterschiedlichen Lebenslagen, stärken soziale Netzwerke und fördern Chancengleichheit, Integration und soziale Teilhabe. Gleichzeitig übernehmen sie eine wichtige präventive Funktion: Durch die kontinuierliche Nähe zu den Familien erkennen die Verantwortlichen Belastungen frühzeitig und vermitteln bei Bedarf passende Unterstützungsangebote. Damit leisten diese Zentren einen wirksamen Beitrag zur Stärkung von Familien und zur Entlastung weiterführender sozialer Systeme.
Mit dem Ziel «Familienstrukturen stärken» setzt die Regierung des Kantons St.Gallen in ihrer aktuellen Schwerpunktplanung auf eine aktive und nachhaltige Familienpolitik. Es geht um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe sowie die nachhaltige Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Dabei leisten Gemeinden und Private einen wichtigen Beitrag, unter anderem mit Familienzentren und vielfältigen Angeboten.
Massnahmenpaket für gelingenden Schuleintritt
Im Projekt «Erledigung parlamentarische Aufträge im Bereich der frühen Förderung (EPAFF)» werden Aufträge des Kantonsrates im Bereich der frühen Förderung bearbeitet. Ziel ist es, Kinder stärker zu fördern. Damit soll ihnen der Schulstart gelingen und die Schulen entlastet werden.
Die Regierung schickte die Sammelvorlage «Erledigung parlamentarische Aufträge im Bereich der frühen Förderung (EPAFF)» 2025 in eine erneute Vernehmlassung. Die mit dem Schulstart von Kindern verbundenen Herausforderungen betreffen nicht nur die Kinder selbst, sondern belasten das ganze System «Schule und Kindergarten». Zudem ist die Zeit vor Schulbeginn für die Entwicklung des Kindes sehr wertvoll. In dieser Phase werden zentrale Weichen für die Entwicklung von Kindern gestellt. Beim Schuleintritt ist bereits wichtige Zeit zur Förderung verstrichen.
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Wie ist der aktuelle Stand von EPAFF?
Die Regierung hat die Sammelvorlage im Dezember 2025 verabschiedet und dem Kantonsrat zur Beratung zugeleitet. Die Unterlagen sind im Ratsinformationssystemneues Fenster neues Fenster unter der Geschäftsnummer 40.25.05 / 22.25.14 / 22.25.15 abrufbar.
Verbesserter Zugang zu Deutschkursen dank Kinderbetreuungsangebot
Besonders im Fokus der Deutschkursoffensive des Kantons sind Personen im Familiennachzug. Im Jahr 2024 waren gut zwei Drittel der zugewanderten Erwachsenen ausserhalb des Asylbereichs Frauen. Viele von ihnen verfügen bereits über eine vergleichbare Ausbildung auf Sekundarstufe II und höher. Allerdings können sie dieses Potenzial ohne ausreichende Sprachkenntnisse nicht vollwertig nutzen.
Da viele von ihnen Kinderbetreuungsaufgaben wahrnehmen, sind sie auf Angebote angewiesen, die auch diesem Umstand Rechnung tragen. Mit der Einführung der finanziellen Förderung der Kinderbetreuung bei Deutschkursanbietenden schafft der Kanton geeignete Rahmenbedingungen.
Damit das Angebot eine möglichst breite Wirkung entfaltet, informiert der Kanton proaktiv Fachpersonen, die in Kontakt sind mit der Zielgruppe. Auch wird der strategische Austausch mit den Deutschkursanbietenden intensiviert, um die Bedürfnisse der Zugewanderten und die Angebote der Sprachschulen besser aufeinander abstimmen zu können.
