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22. Förderung der Vereinbarkeit und Bereitstellung von Betreuungsangeboten

Kinderkrippe Schlössli in St.Gallen

Förderung der Vereinbarkeit und Bereitstellung von Betreuungsangeboten

Die Regierung fördert in Abstimmung mit den Gemeinden und den Arbeitgebern der Privatwirtschaft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die Sicherstellung bedürfnisgerechter Kinderbetreuungsangebote sowie von Angeboten ausserschulischer Tagesbetreuung und nimmt als Arbeitgeber eine Vorbildfunktion ein.

Stand der Umsetzung der Strategie 2021

Die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf seitens Kanton wird vor allem über das Gesetz über Beiträge für familien- und schulergänzende Kinderbetreuung (sGS 221.1; abgekürzt KiBG) gewährleistet. Dieses wird in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden – die grundsätzlich für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung zuständig sind – umgesetzt. Die ersten Jahre zeigen die Nachfrage nach den Förderbeiträgen des Kantons seitens Gemeinden klar auf (75 von 77 Gemeinden haben im Jahr 2021 ein Gesuch für Beiträge gestellt). Das Gesetz und dessen Umsetzung wird periodisch analysiert. Gleichzeitig wird das vorschulische Angebot in den Gemeinden über Aufsichtsbesuche bei den Kindertagesstätten laufend überprüft, um bundesrechtliche Vorgaben zu gewährleisten. Einzelne Massnahmen wurden durch Personalwechsel und die Covid-19-Epidemie erschwert; für das Jahr 2022 wird eine Verbesserung erwartet.

Zum Umsetzungscontrolling 2021

«Runder Tisch der Vereinbarkeit»

Im Jahr 2021 besuchten im Kanton St.Gallen rund 11'400 Kinder (0-12 Jahre) Kinderbetreuungsangebote. Das ist erfreulicherweise ein Drittel mehr als im Jahr 2016. Doch im schweizweiten Vergleich liegt der Kanton St.Gallen punkto Anzahl verfügbarer Plätze und Anzahl betreuter Kinder weiterhin unter dem Durchschnitt. Regierungsrätin Laura Bucher hat deshalb einen neuen «Runden Tisch Vereinbarkeit» ins Leben gerufen. Vertretende der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Frauen- und Familienorganisationen sowie der Gemeinden und der Schule suchen gemeinsam nach Lösungen, um die Situation zu verbessern. 

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Ich bin überzeugt, dass ein gutes Betreuungsangebot zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beiträgt. Ausserdem ist es wesentlich für die Standortattraktivität und zentral für die Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Regierungsrätin Laura Bucher
Vorsteherin des Departementes des Innern des Kantons St.Gallen

Mehr Chancengerechtigkeit und bessere Vereinbarkeit durch bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote

Familien- und schulergänzende Kinderbetreuungsangebote erhöhen die Chancengerechtigkeit für alle Kinder und schaffen optimale Voraussetzungen für ihre Entwicklung. Sie leisten zudem einen wertvollen Beitrag an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Regierungspräsident Marc Mächler und Regierungsrätin Laura Bucher haben deshalb in Anwesenheit der lokalen Vertretungen die Kindertagesstätte des Vereins Kinderwelt Tamina in Bad Ragaz besucht.

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Kindertagesstätte Tamina
Regierungspräsident und Vorsteher des Finanzdepartementes Marc Mächler zusammen mit Regierungsrätin Laura Bucher, Vorsteherin des Departementes des Innern in der Kindertagesstätte Tamina

Neues Gesetz über Beiträge für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung

Am 29. November 2020 hat die St.Galler Stimmbevölkerung das Gesetz über Beiträge für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung (KiBG) gutgeheissen. Damit beteiligt sich der Kanton an der Finanzierung der Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten (Kitas), Horten oder Tagesfamilien. Die Beiträge des Kantons müssen von den Gemeinden so eingesetzt werden, dass die Betreuungskosten für die Eltern sinken. Angebote der familien- und schulergänzenden Kindebetreuung fördern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ermöglichen Frauen und Männern eine flexiblere Wahl zwischen Erziehungs- und Erwerbsarbeit und sind ein Mittel gegen den Fachkräftemangel. Familienergänzende Kinderbetreuungsangebote sind ein wichtiger Pfeiler der frühen Förderung. Qualitativ gute Angebote leisten einen wichtigen Beitrag für die Chancengerechtigkeit für alle kleinen Kinder im Kanton.

Weiterhin wenig Betreuungsplätze

Der Monitoring-Bericht zur familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung im Kanton St.Gallen aus dem Jahr 2021 zeigt, dass weiterhin wenig Plätze für die Kinderbetreuung im Kanton zur Verfügung stehen. Auch bestätigt der Bericht, dass die Familien weiterhin den grössten Teil der Kosten für diese Angebote tragen. Bei Kitas sind das rund zwei Drittel der Betriebskosten. 
Seit dem Jahr 2021 fliessen jährlich fünf Millionen Franken in die Förderung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung. In der Februar-Session 2022 erteilte der Kantonsrat der Regierung den Auftrag, den Kantonsbeitrag für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung auf neu 10 Mio. Franken je Jahr zu erhöhen. Die weitere Arbeiten in diesem Bereich sollen unter anderem am «Runden Tisch Vereinbarkeit» erörtert werden.

Link zum Monitoring-Bericht

Weitere Strategien des Schwerpunktziels «Chancengerechtigkeit sicherstellen»